BDS Neujahresempfang 2013

Neujahresempfang 2013

Neujahresempfang war Premiere für Wolfgang Killermann als neuen Vorsitzenden

Selbständige sind wichtiger Faktor für einen „Wohlfühlort“

Wendelstein - Vor 15 Jahren hat der Ortsverband des „Bundes der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband“ in Wendelstein mit seinem Neujahresempfang einen festen Bestandteil der Veranstaltungen zu Jahresbeginn in Wendelstein geschaffen, der auch heuer über 120 Gäste lockte. Im Mittelpunkt der Hauptrede standen diesmal Ansätze und Möglichkeiten, wie der Mittelstand und Selbständige unter Beachtung von sichwandelnden maßgeblichen gesellschaftlichen Aspekten, sogenannten „Megatrends“, langfristige Konzepte für sich selbst und ihren Betrieb ermitteln können.

Bayernweit einmalig eröffnete eine ökumenische Andacht in der St.Georgskirche das Gesamtprogramm. Bei der Andacht zeigten „Hausherr“ Pfarrer Norbert Heinritz und sein katholischer Kollege Diakon Kurt Reinelt mit Belegstellen aus der Bibel, wie stark schon zu Lebzeiten Jesu wirtschaftliche Themen das Alltagsleben mitbestimmten. Im benachbarten Martin-Luther-Haus übernahm danach Otto Löprich als stellvertretender Vorsitzender im Ortsverband und mittelfränkischer Bezirksvorsitzender die Moderation des weiteren Programms, das die Wendelsteiner Dorfmusikanten unter der Leitung von Erwin Kübler musikalisch bestens umrahmten.Für den BdS/DGV-Ortsverband als Gastgeber oblag erstmals dem neuen Vorsitzenden Wolfgang Killermann das erste Grußwort, bei dem er sich freute über die große Teilnehmerzahl besonders freute. Zugleich schlug er nachdenkliche Töne an, als er die Gäste bewußt fragte, warum für sie Wendelstein der Lebensmittelpunkt oder besser ein „Wohlfühlort“ sei. Er selbst kam dabei auf viele kleine Argumente und nannte hierbei auch die gute wirtschaftliche Grundversorgung der Gemeinde mit mittelständischen und kleineren Betrieben verschiedenster Branchenals einen der Faktoren für die Wahl Wendelsteins als Wohlfühlort.

„Azubi-Akademie“ als regionale Weiterbildungschance
Als aktuelle Ziele des Ortsverbands nannte Killermann die zukünftige engere Vernetzung der örtlichen Wirtschaft mit den Schulen am Ort als Chance für die Fachkräfte von morgen und die Planungen zur Schaffung einer örtlichen „Azubi-Akademie“, einer Reihe von örtlichen Weiterbildungszentren in den Regionen als Idee des Landesverbands Bayern. Als nächster Rednerdankte Bürgermeister Werner Langhans den Gastgebern, daß sie die Tradition des Neujahresempfangs mit viel Leben füllen und vor allem als Thema die Idee des „Miteinander“ dabei immerin den Vordergrund stellen.„2012 war für uns ein spannendes Jahr mit vielen Neuerungen“ blickte der Bürgermeister zudem auf die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahres zurück und erwähnte dabei die Einweihung des Gymnasiums, den Um- und Anbau der Mittelschule und die erfolgreiche Einführungder Breitbandverkabelung für Kleinschwarzenlohe in Eigenleistung durch ein Tochterunternehmen der örtlichen Gemeindewerke. Speziell der Ortsverband des BdS/DGV in Wendelstein ist hier ein wichtiges Bindeglied in der gesellschaftlichen Verbindung der Gemeinde mit der Bevölkerung und den Selbständigen mit ihren Betrieben und Dienstleistungen.

„Megatrends“ wirken sich bis auf die Selbständigen vor Ort aus
Als Hauptrednerin zeigte Prof. Ute Ambrosius, Präsidentin der Hochschule Ansbach, anschaulich in ihrem „verbalen Spaziergang“ durch die wirtschaftliche Gegenwart und die Ansätze fürderen zukünftige Entwicklung auf, dass es auch für einen Selbständigen und Mittelständler am Ort vernünftig ist, ein langfristiges Konzept für den eigenen Betrieb zu erstellen. Eine der Grundlagen dazu muss die „Bilanz“ sein, der Rückblick auf die bisherige Entwicklung des Betriebs mit Vor- und Nachteilen. Sie warnte dabei auch davor, bei einem Konzept nur an das„Morgen“ zu denken, sondern empfahl auch Gedanken fürs „Übermorgen“ einzubinden. Für die Erstellung eines Zukunftskonzept sei es wichtig, langfristige Ziele und Ideen zu formulieren und hier aber nicht nur ans Ziel selbst zu denken, sondern auch an den Weg dorthin undw ie sich dieser Weg meistern läßt. Wichtige Aspekte für ein erfolgreiches Zukunftskonzept sind ihren Worten zufolge Faktoren der sogenannten „Megatrends“: Hierzu zählen Modelle für die Bevölkerungsentwicklung mit ihren Auswirkungen für die Arbeits- und Alltagswelt, aber auch die „Glokalisierung“ als Mischprodukt der Globalisierung und der lokalen Verortung. Ein dritter wichtiger Megatrend sei zudem der generationsbedingte Wertewandel.

Selbständige zeigen mehr Verantwortung für die Gesellschaft als die Politik
Landrat Herbert Eckstein würdigte in seinem Grußwort die gesunde Mischung des örtlichen Wirtschaftslebens in Wendelstein. Es gebe zwar nur 12 Großbetriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern, dafür aber sind die Mittelständler und Kleinbetriebe prägend in ihrer Branchenvielfalt vom Handwerk über Fachbetriebe bis hin zu den Dienstleistern. Daß sich diese Situation zugleichauf das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde positiv auswirkt, bedeute daß auch die eher benachteiligten Mitbürger nicht vom Leben ausgegrenzt werden dürfen und damit eine trennende Zweiklassen-Gesellschaft langfristig entstehen könnte. Die große Politik auf Landes- und Bundesebene sei zwar produktiv, die Ergebnisse aber - wie die „Energiewende“ - zeigten aber, daß die Politik nicht einmal das „Morgen“ konsequent durchdenke. Ein anderes Beispiel hierfür im Landkreis ist nach den Worten des Landrats de rAbzug der Bundeswehr in Roth. Erst werden vor Ort große Investitionen gemacht mit Hallenneubauten, dann wird die Truppe abgezogen und muß woanders erst wieder im Chaos beginnen, weil dort die nötigen Gebäude fehlen, vor Ort stehen die Liegenschaften leer und das ganze heißt dann „Reform“.

DGV-Ehrenzeichen in Silber für Jürgen Seifert
Sein Grußwort begann Bayerns BdS-Präsident Ingolf F. Brauner mit Ausführungen zum Ehrenamt, wonach im Freistaat derzeit jeder Dritte ehrenamtlich tätig ist. Dies mache deutlich, dass es ohne Ehrenamt in vielen kulturellen, sozialen und weiteren selbstverantwortlichen Aktivitäten nicht diese heutige Vielfalt gebe. Ein Ehrenamt zu machen heiße zudem Verantwortung zu übernehmen, und auch dafür ist jederzeit ein Dank angebracht. Sein Dank galt hier besonders Wolfgang Killermann als neuem Ortsvorsitzenden wie auch seinem Vorgänger im Amt, Jürgen Seifert, der die letzten 12 Jahre den Ortsverband Wendelstein geführt und gestaltet hat. Neben Ausführungen zum neuen bayernweiten Projekt des DGV zur Einführungen von örtlichen„Azubi-Akademien“ zur Weiterbildung der Facharbeitskräfte ging der BdS-Präsident auch auf neue Gefahren durch den EU-Regelungswahn ein: Die Vereinheitlichungsforderungen für viele Bereiche in den EU-Staaten locken schon jetzt viele fragwürdige Firmen, bei denen der Begriff „Qualitätsarbeit“ keine Selbstverständlichkeit ist, nach Deutschland. So werde gerade hier der oft seit Generationen ansässige Mittelstand in seiner Existenz bedroht, weshalb er die anwe-senden Politiker bat, so weit wie möglich die einheimischen Betriebe zu fördern.Mit einer besonderen Ehre wurde zum Abschluß der Rede Jürgen Seifert als ehemaliger Vorsit-zender des örtlichen Gewerbeverbands vom BdS-Präsidenten überrascht: Im Namen des Landesverbands Bayern zeichnete er Seifert mit der „BdS/DGV-Ehrennadel in Silber“ für dessen Verdienste um die Anliegen der Selbständigen in der Gemeinde aus und erinnerte in einer kurzen Würdigung der Verdienste an die vielfältigen Aktivitäten von Jürgen Seifert, ob mit Gewerbeschauen, dem Neujahresempfang oder der Erweiterung und Neugestaltung des örtlichen Weihnachtsmarkts. (jör)